President Murmu lehnt Begriff „Pashu“ ab – Tiere sind „Jeevan Dhan“

Während ihres Besuchs im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh setzte Präsidentin Droupadi Murmu ein klares Zeichen für den Tierschutz: Bei der 11. Abschlussfeier des Indian Veterinary Research Institute (IVRI) in Bareilly erklärte sie, dass Tiere nicht herabwürdigend als „Pashu“ (Tier/Vieh) bezeichnet werden sollten, sondern als lebendiges Kapital – „Jeevan Dhan“. Diese Aussage betont die ethische Dimension im Umgang mit Tieren und fordert einen kulturellen Paradigmenwechsel in der Betrachtung tierischen Lebens.

Tierschutz ist in Indien nicht nur eine moralische, sondern zunehmend auch eine wirtschaftliche und ökologische Notwendigkeit. Die Äußerungen der Präsidentin könnten richtungsweisend für eine Gesellschaft sein, die Tiere nicht nur als Nutzwesen, sondern als integralen Teil eines nachhaltigen Ökosystems begreift.

Quelle: Herald Goa

Die Kernaussagen der Rede von Präsidentin Murmu

  • Begriff „Pashu“ sei problematisch: Laut Murmu habe das Wort eine abwertende Konnotation, die dem Wert tierischen Lebens nicht gerecht werde.
  • Tiere als „Jeevan Dhan“: Sie forderte dazu auf, Tiere als Existenzgrundlage und Lebensenergie – eben „Jeevan Dhan“ – zu verstehen.
  • Bedeutung in Landwirtschaft und Gesellschaft: Tiere seien nicht nur Basis des ländlichen Wirtschaftssystems, sondern auch Träger von emotionalen Beziehungen und Biodiversität.
  • Appell an Wissenschaft und Gesellschaft: Präsidentin Murmu lobte die Arbeit des IVRI und rief Wissenschaftler dazu auf, verstärkt an tierfreundlichen Innovationen zu arbeiten.

Diese Aussagen fielen im Kontext einer feierlichen Akademischen Veranstaltung, auf der sie zudem mehr Investitionen in die Veterinärwissenschaft forderte.

Erweiterte Perspektiven aus anderen Quellen

Ergänzend dazu berichtet die Times of India über ähnliche Tendenzen: Der Begriff „Pashu“ wird zwar landläufig verwendet, bekommt jedoch gerade im Kontext des Tierschutzes zunehmend Kritik. Wortwahl spiegelt Haltung – das erkennt auch die akademische Ethik. Sprachliche Feinheiten beeinflussen das kollektive Bewusstsein über den Status von Tieren. Diese Erkenntnis zieht sich durch viele Kulturen, jedoch betont Droupadi Murmu einen bemerkenswert indigenen, spirituellen Zugang.

Ein interessanter Vergleich lässt sich auch zur traditionellen Ayurveda-Philosophie ziehen, in der Tiere als Mitwesen („Prani“) betrachtet werden. In diesen Weltanschauungen wird das Tier nicht auf seine Nützlichkeit reduziert, sondern als Lebensform mit eigenem Daseinszweck geschätzt. Präsidentin Murmu hat, so zeigt sich aus mehreren Quellen, diese kulturellen und ethischen Fäden aufgenommen und öffentlich positioniert.

Laut Herald Goa (Quelle) forderte sie auch mehr Bewusstsein für die biologische Bedeutung von Nutztieren im Kontext von Klimawandel und Ernährungssicherheit.

Indiens Tierschutz im gesellschaftlichen und ökonomischen Kontext

Der indische Agrarsektor ist stark abhängig von tierischer Unterstützung:

  • Mehr als 60 % der ländlichen Haushalte in Indien halten Nutztiere.
  • Dairy Industry: Indien ist weltweit führend in der Milchproduktion – ohne Tierwohl kein nachhaltiger Fortschritt.
  • Verändertes Konsumverhalten: Insbesondere junge Inder zeigen Interesse an vegetarischer Ernährung und nachhaltigen Produkten.

Diese Daten belegen den wirtschaftlichen Wert von Tieren als „Jeevan Dhan“. Doch darüber hinaus nimmt der ethische Diskurs Fahrt auf. Juristische Initiativen wie der Prevention of Cruelty to Animals Act (PCA, 1960) stärken zunehmend die Position des Tieres als schützenswertes Wesen. Dennoch bleibt der gesellschaftliche Wandel oft hinter den gesetzlichen Rahmenbedingungen zurück.

Ein zentraler Punkt der Präsidentin: Der Umgang mit Tieren spiegelt auch die Humanität eines Landes wider. Ein modernes Indien müsse Nachhaltigkeit und Mitgefühl verbinden – in Politik, Wissenschaft und Alltag.

Praktische Handlungsansätze für mehr Tierschutz

Wer sich für Tierethik und Schutz lebendiger Ressourcen einsetzen möchte, kann bereits im Alltag einiges bewirken:

  • Bewusste Sprache: Statt abwertender Begriffe lieber „Lebenswesen“ oder „Mitgeschöpfe“ verwenden.
  • Unterstützung tierfreundlicher Produkte: Konsum auf nachhaltige Alternativen ausrichten.
  • Lokal engagieren: Freiwilligenarbeit in Tierheimen oder Patenschaft für Nutztiere übernehmen.
  • Aufklärung fördern: Diskussionen über Tierwohl im Schulunterricht oder bei Veranstaltungen anstoßen.

Für Landwirte und Betriebe bedeutet das: Investitionen in tiergerechte Haltung und Schulungen für Mitarbeitende zahlen sich langfristig aus – ethisch wie wirtschaftlich.

Fazit: Worte prägen Weltbilder – Präsidentin Murmus Botschaft als Impulsgeber

Mit ihrer Rede hat Präsidentin Droupadi Murmu einen kulturellen Nerv getroffen. Indem sie den Begriff „Pashu“ ablehnt und stattdessen von „Jeevan Dhan“ spricht, eröffnet sie eine neue Perspektive im Zusammenhang von Tierschutz, Sprache und Verantwortung. Diese Einsicht ist für eine nachhaltige und gerechte Zukunft zentral – gerade in einem Land mit über 200 Millionen landwirtschaftlich genutzten Tieren.

Die Bewegung hin zu mehr Tierethik kann nicht allein durch Gesetze vollzogen werden – es braucht ein kollektives Umdenken, das bei der Sprache beginnt. In Zeiten ökologischer Krisen und wachsender globaler Sensibilität für Nachhaltigkeit ist eine philosophisch fundierte und wissenschaftlich gestützte Wendung in der Tier-Mensch-Beziehung aktueller denn je.

Quelle: Herald Goa

Zusammenfassung: Das Wichtigste in Kürze

  • Präsidentin Murmu lehnt den Begriff „Pashu“ ab und spricht stattdessen von „Jeevan Dhan“ (Lebensreichtum).
  • Tiere sollen nicht nur funktional, sondern als lebendige Mitwesen verstanden werden.
  • Die Aussage erfolgte beim 11. IVRI Abschluss in Bareilly und wurde von Fachwissenschaftlern begrüßt.
  • Indien braucht mehr Bewusstsein für tierethische Fragestellungen – auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
  • Konkrete Handlungsempfehlungen betreffen Konsum, Sprache und lokales Engagement.

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